Schuljahr endet - Bildungskrise bleibt
Das aktuelle Schuljahr 2025/26 endet an diesem Freitag. „Die FDP Sachsen wünscht allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften erholsame Sommerferien und die Möglichkeit, neue Kraft für das kommende Schuljahr zu sammeln“, so der Landesvorsitzende der FDP Sachsen, Matthias Schniebel. Gleichzeitig bedankt sich die FDP Sachsen besonders beim Einsatz der sächsischen Schulleitungen in einem Schuljahr, das aufgrund des Staatsministeriums und des Landesamtes für Schule und Bildung von hohen Verunsicherungen, Hektik und Mehrbelastungen geprägt war.
„Die Staatsregierung lebt bildungspolitisch von der Substanz. Schulleitungen stopfen Löcher, Lehrkräfte stemmen Zusatzaufgaben und das Ministerium verkauft Notmaßnahmen als Reformen. So kann man Probleme eine Zeit lang verwalten. Lösen wird man sie damit nicht“, so Schniebel .
Zunehmend belastet das Maßnahmenpaket von Staatsminister Clemens sächsische Schulleitungen und Kollegien an vielen Stellen. Ohne Weitsicht erfolgte zum Beispiel eine gänzlich pauschale Kürzung der schulbezogenen Anrechnungsstunden mit Beginn des Schuljahres; ohne Rücksicht auf Regionen, Schulformen oder individuelle Situationen vor Ort. Die Zusammenstreichung dieses wichtigen Mittels für Schul- und Unterrichtsentwicklung macht echte Qualitätsentwicklung an sächsischen Schulen nunmehr fast unmöglich. Unter den gegebenen Bedingungen ist es eine Frage der Zeit, bis auch im deutschlandweiten Vergleich die Ergebnisse von Bildungsmessungen einbrechen werden.
Für diese Entwicklung trägt Staatsminister Clemens als oberster Verantwortlicher der sächsischen Bildungspolitik die politische Verantwortung.
Leider wirft auch das kommende Schuljahr bereits seine breiten Schatten voraus. Abermals sind insbesondere Grundschulen und Gymnasien gefordert, Unmengen an Stunden und damit Lehrkräften abzuordnen. Die FDP erkennt den unterschiedlichen Versorgungsgrad mit Lehrerarbeitsvermögen in den jeweiligen Regionen und Schulformen an, hält die angesetzten Hebel aber nicht für nachhaltig. Abgeordnete Lehrkräfte, die quasi für eine kurze Zeit auf Durchreise sind, werden keine nachhaltigen Spuren hinterlassen. „Bildungsarbeit ist jedoch Bindungsarbeit.“
Die FDP fordert vom Staatsministerium und der gesamten Bildungsverwaltung endlich langfristiges Agieren und ein auf Konsens angelegtes Vorgehen. Insbesondere an Schulleitungen vorbei sollte nicht agiert werden; sie kennen die Verhältnisse vor Ort am besten und wissen, wie Implementierungen erfolgreich vorgenommen werden können.
Schniebel: „Bildungspolitik darf sich nicht an Ankündigungen, sondern muss sich an Ergebnissen messen lassen. Deshalb fordert die FDP Sachsen ein regelmäßiges, kompetenzorientiertes Monitoring der Lernstände von Schülerinnen und Schülern, um die Wirksamkeit bildungspolitischer Maßnahmen transparent zu überprüfen.“