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Sachsen gehen die Chefs aus – FDP fordert Nachfolge-Turbo fürs Handwerk

„Am Tag des Handwerks braucht es keine Sonntagsreden über goldenen Boden. Sorgen wir lieber dafür, dass auf diesem Boden auch in zehn Jahren noch jemand einen Betrieb führt.“

Sachsen gehen die Chefs aus. Rund 19.000 Handwerksunternehmen im Freistaat stehen mittelfristig vor einer Übergabe. Dahinter stehen Betriebe, Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen und die Frage, wer künftig noch die Heizung repariert, das Dach deckt oder die Brötchen backt.

„Sachsen hat nicht nur ein Fachkräfteproblem. Sachsen gehen die Chefs aus“, sagt Matthias Schniebel, Landesvorsitzender der FDP Sachsen. „Wir reden ständig darüber, wie wir neue Unternehmen ansiedeln. Gleichzeitig müssen Tausende bestehende Betriebe jemanden finden, der morgen den Schlüssel übernimmt. Jeder Betrieb, der deshalb schließen muss, ist einer zu viel.“

Wie viel davon abhängt, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. 191.663 Menschen arbeiten in Sachsen in Handwerksberufen, 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im Erzgebirgskreis sind es sogar 15,9 Prozent. Gleichzeitig geht die Zahl der Beschäftigten im Handwerk zurück.

Die FDP Sachsen fordert deshalb einen Nachfolge-Turbo. Betriebsübernahmen sollen über einen zentralen Ansprechpartner begleitet, Verwaltungsverfahren gebündelt und unnötige Nachweis- und Dokumentationspflichten gestrichen werden.

„Wenn ein 65-jähriger Handwerksmeister endlich einen Nachfolger gefunden hat, darf der Staat nicht derjenige sein, der ihm die Übergabe noch schwerer macht“, so Schniebel. „Der Nachfolger soll den Betrieb übernehmen und nicht einen Aktenordner.“

Gerade auf dem Land geht es dabei um mehr als einzelne Unternehmen. Wo Bäcker, Elektriker, Tischler oder Heizungsbauer verschwinden, gehen Ausbildungsplätze verloren, Wege werden länger und Orte verlieren wirtschaftliche Substanz.

Schniebel: „Am Tag des Handwerks braucht es keine Sonntagsreden über goldenen Boden. Sorgen wir lieber dafür, dass auf diesem Boden auch in zehn Jahren noch jemand einen Betrieb führt.“