Berufsschulen in Sachsen: FDP fordert ehrliche Schulnetzplanung statt Ideologie
Die Debatte um die Zukunft der Berufsschulen in Sachsen braucht weniger Schlagworte und mehr Fakten. Während über angeblich dramatisch sinkende Schülerzahlen und schnelle Standortverlagerungen diskutiert wird, zeigen die offiziellen Prognosen des Statistischen Landesamtes ein differenzierteres Bild: Die Zahl der Berufsschüler bleibt mittelfristig stabil und steigt bis Mitte der 2030er Jahre teilweise sogar an. Erst langfristig sind Rückgänge möglich – mit erheblicher Unsicherheit.
Für die Freien Demokraten ist klar: Strukturentscheidungen dieser Tragweite dürfen nicht auf Grundlage politischer Reflexe oder vereinfachter Prognosen getroffen werden. Weder eine pauschale Zentralisierung nach dem Motto „alles in die Städte“ noch das starre Festhalten an jedem einzelnen Standort im ländlichen Raum wird der Realität gerecht.
Der FDP-Landesvorsitzende Matthias Schniebel erklärt dazu:
„Wer heute Berufsschulen vorschnell zusammenstreicht oder verlagert, handelt nicht vorausschauend, sondern ideologisch. Freiheit bedeutet Wahlmöglichkeiten – für Auszubildende, für Betriebe und für Regionen. Wir brauchen eine Schulnetzplanung mit Augenmaß, keine Strukturpolitik nach dem Rasenmäherprinzip.“
Aus liberaler Sicht braucht Sachsen eine moderne Berufsschulstrategie, die sich an klaren Kriterien orientiert: tatsächliche Erreichbarkeit, tragfähige Klassengrößen, regionale Wirtschaftsstrukturen, Lehrkräfteverfügbarkeit und transparente Kosten. Wohnortnähe darf dabei kein Dogma sein, sondern ein Ziel – ergänzt durch Blockunterricht, digitale Lernanteile und echte Mobilitätsangebote für Auszubildende.
„Wenn Ausbildung regional gebündelt werden muss, dann darf der Staat die jungen Menschen nicht alleinlassen“, so Schniebel weiter. „Wer längere Wege verlangt, muss Mobilität, Unterbringung und Flexibilität ermöglichen – alles andere ist unsozial.“
Die FDP Sachsen fordert daher eine befristete Schulnetzplanung mit regelmäßiger Überprüfung statt irreversibler Standortentscheidungen. Prognosen sind kein Schicksal, sondern Arbeitsgrundlagen – und Politik muss korrigierbar bleiben.
„Unser Anspruch ist klar“, so Schniebel abschließend. „Wir wollen starke Berufsschulen, nicht viele oder wenige um jeden Preis. Entscheidend ist Qualität, Erreichbarkeit und Freiheit – nicht Beton und Verwaltungslogik.“
Die Freien Demokraten Sachsen werden sich weiterhin für eine ehrliche, faktenbasierte und liberale Bildungspolitik einsetzen, die Stadt und Land nicht gegeneinander ausspielt, sondern Perspektiven schafft – überall im Freistaat.