Bahnknoten Görlitz: Deutschland plant bis 2041 – Polen baut. Das ist das eigentliche Problem.

 

Was in Görlitz vorgestellt wurde, ist kein Bauplan – es ist ein Lehrstück über deutsche Infrastrukturträgheit. Ein Jahr Tunnelsperrung. Jahrelange Einschränkungen. Zwei Jahre Straßensperrung. Elektrifizierung frühestens 2041. Und für die Strecke Dresden–Görlitz nicht einmal eine gesicherte Finanzierung.

Das ist nicht „Bauen im Bestand“. Das ist Planen im Schneckentempo.

Matthias Schniebel, Landesvorsitzender der FDP Sachsen, erklärt:

„Wenn wir 2026 ernsthaft darüber reden, dass eine Elektrifizierung bis 2041 dauern soll, dann läuft strukturell etwas falsch. Infrastruktur darf kein Generationenprojekt sein, sondern muss Priorität haben. Wer 15 Jahre plant, verliert Regionen.“

Görlitz liegt im Herzen Europas. Während in Polen Strecken für 200 km/h und mehr ertüchtigt werden, diskutieren wir hier über 160 km/h – und selbst das mit jahrzehntelangem Vorlauf. Das ist kein Anspruch für eine europäische Grenzregion.

Aus liberaler Sicht ist klar:

Erstens: Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen drastisch beschleunigt werden. Abschnittsweise Genehmigungen und Finanzierung nach Kassenlage sind Investitionsbremsen.

Zweitens: Infrastruktur braucht klare Priorisierung im Bundeshaushalt. Wenn internationale Anbindung politisch gewollt ist, muss sie auch finanziert werden.

Drittens: Bauzeiten müssen realistisch, aber ambitioniert sein. Dauerbaustellen lähmen Akzeptanz, Wirtschaft und Mobilität.

Görlitz braucht Perspektive statt Provisorium. Wer Regionen anbinden will, darf sie nicht jahrzehntelang vertrösten.

Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit. Und Wettbewerbsfähigkeit wartet nicht bis 2041.